Rhein-Zeitung 07.12.2016

    Im neuen Wertstoffhof in Ochtendung kann man fast alles abgeben, was im Haushalt an Abfällen anfällt. Manche Abfälle können dort kostenlos entsorgt werden, für andere fällt eine Gebühr an. Für den Ersten Kreisbeigeordneten Burkhard Nauroth ist der Wertstoffhof ein "Renner", wie er in seiner Zwischenbilanz des neuen Abfallkonzeptes sagte.

    "Weniger Restabfall, mehr Biomüll"

    Nauroth ist sicher: Ziele des neuen Abfallkonzeptes werden erreicht.

    Das neue Abfallkonzept funktioniert. Davon ist Erster Kreisbeigeordneter Burkhard Nauroth überzeugt. Am 11. April hatte er im Kreistag eine 100-Tage-Bilanz des Abfallkonzeptes, das am 1. Januar in Kraft getreten ist, vorgelegt. Seine damalige Einschätzung lautete: "Die Mayen-Koblenzer nehmen das neue System gut an. Wir werden die Mengen- und Qualitätsziele unseres Konzeptes erreichen. Wir werden auch unsere Kostenziele einhalten". Nun legte er dem Gremium eine aktuelle Zwischenbilanz vor und stellte fest: "An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert."

    Restabfall. Schon im ersten Quartal 2016 waren die Restabfallmengen gegenüber dem ersten Quartal 2015 um 51 Prozent gesunken. An diesem Trend hat sich laut Nauroth nichts geändert: In den ersten zehn Monaten sind 18 479,98 Gewichtstonnen Restabfall angefallen. In den ersten zehn Monaten des Vorjahres waren es 34 257,60 Tonnen. "Also ein Rückgang von sage und schreibe 46,06 Prozent."

    Die Pro-Kopf-Restabfallmenge liegt aktuell bei rund 87,5 Kilogramm. 2014 betrug sie laut Landesabfallbilanz 191 Kilo. 140 Kolo hatte sich der Kreis zum Ziel gesetzt. Nauroth: "Dieses Ziel wird also deutlich mehr als erreicht." Aber es gibt auch einen Wermutstropfen: Die MYK-Bürger stellen ihre Restabfalltonne noch zu oft zur Leerung raus. So wird der Müll des 120-Liter-Gefäßes durchschnittlich 7,5-mal und der des 240-Liter-Gefäßes durchschnittlich 8,8-mal abgefahren - und das trotz deutlich weniger Restmüllmenge. Nauroth: "Jedes unnötige Rausstellen kostet den Bürger unnötig zusätzlich Geld." Unwirtschaftlich sei es auch für den Abfallzweckverband (AZV), halb leere Restmülltonnen zu entsorgen.

    Bioabfall. Hier konnte die Menge deutlich gesteigert werden. In den ersten zehn Monaten wurden 65,89 Prozent mehr Bioabfälle eingesammelt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Und auch dessen Qualität ist deutlich besser geworden, Verunreinigungen haben abgenommen. Die Aufklärungsarbeit hat sich laut Erstem Kreisbeigeordnetem also gelohnt. Es gebe aber noch Luft nach oben. "Deshalb läuft jetzt die anerkennende Aktion 'Daumen hoch' kleben. Schlecht sortierte Tonnen bleiben aber auch weiterhin stehen.

    Papier. Die MYK-Bürger haben hier deutlich größere Tonnen bestellt, als zunächst von der Abfallwirtschaft geplant war. Das mag daran liegen, dass der Tausch auf eine andere Behältergröße oder einen zusätzlichen Behälter kostenfrei angeboten wurde. Für die Papierabfuhr erhalten die Haushalte eine Gutschrift. Und die Rückvergütung für Papier ist bei größeren Behältern höher als bei kleinen. Selbst wenn die große Tonne nur zu etwas mehr als die Hälfte gefüllt ist, gibt es eine Gutschrift von 2,86 Euro - für eine vollgefüllte kleine Tonne werden nur 1,43 Euro erstattet. Somit steigt natrülich auch der auf dem Gebührenbescheid 2017 gutzuschreibende Betrag. Nauroth machte klar, dass man die Entwicklung sehr sorgfältig beobachtet. "Da aber der Papiererlös markt-indexabhängig ist und wir bisher ausnahmslos Erlöse erzielen konnten, die deutlich über unserer vorsichtigen Kalkulation liegen, bereitet uns dies aktuell keine Sorgen. Die Menge ist in den ersten zehn Monaten um 20,72 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen", betonte der Erste Kreisbeigeordnete.

    Grünabfallsammelplätze. Nauroth zeigte Verständnis für den Unmut der Bürger, weil Anfang des Jahres nur wenige solcher Plätze vorhanden waren. "Derzeit stehen an 18 Standorten Sammelplätze zur Verfügung. In Frühjahr kommt ein weiterer Standort in Kettig dazu", erläuterte er. Da es in einigen Kommunen mehrere Plätze gibt, ist seinen Worten nach insgesamt mit 23 Standorten und 32 Sammelplätzen zu rechnen.

    Gebührenbescheide. Auch hier zeigt sich für Nauroth, dass das neue Abfallkonzept von den Bürgern akzeptiert wird. In der zweiten Junihälfte wurden die Bescheide verschickt. "Es gab nicht wenige, die uns eine große Flut von Widersprüchen vorhergesagt haben. Tatsächlich haben wir bei circa 70 000 verschickten Bescheiden, Stand heute, nur noch zehn Wiedersprüche beim Kreisrechtsausschuss anhängig."

    Wertstoffhof. Er ist für Nauroth der "Renner". Mehr als 66 000-mal haben Bürger seit der Eröffnung Mitte Juni dort Abfälle und/oder Wertstoffe angeliefert. Am 31. Oktober wurden sogar 577 Anlieferungen an einem Tag gezählt.

    Kostenentwicklung. Die Kreisverwaltung geht davon aus, dass die Abfallwirtschaft in diesem Jahr - trotz der Planungsunsicherheiten für das neue System - mit einem Überschuss von circa 1 Millionen Euro abschließen wird. Nauroth: "Auch hier kein Grund zur Sorge."

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