Rhein-Zeitung 22.04.2020

    "Massenansturm auf Wertstoffhof des Kreises"


    Hunderte von Bürger wollten Angebot direkt nach Wiedereröffnung nutzen und sorgen für lange Rückstaus


    Viele Menschen im Kreis haben die Wochen der Kontaktsperre und des eingeschränkten öffentlichen Lebens offenbar ausgiebig genutzt, um in den eigenen vier Wänden aktiv zu werden, zu renovieren, zu sanieren oder den Garten auf Vordermann zu bringen. Anders lassen sich die Szenen am Wertstoffhof in Ochtendung seit Anfang der Woche wohl nicht erklären: Der Rückstau der Fahrzeuge, die Grünschnitt oder Baustoffe mit der Wiederöffnung der Deponie anliefern wollten, reichte am Montagnachmittag sogar bis auf die Abfahrt Plaidt der A61.

    "Wir hatten während der Schließung immer wieder Anfragen aus der Bevölkerung, wann der Wertstoffhof wieder öffnen würde. Daher war uns bewusst, dass die Nachfrage hoch ist", sagte Kreispressesprecher Damian Morcinek. Trotz des hohen Aufkommens habe aus Sicht des Kreises alles so weit gut funktioniert.

    Die derzeit noch reduzierten Öffnungszeiten, montags bis freitags von 10 bis 15 Uhr, gelten, um die immer noch gültigen Kontaktbeschränkungen nicht allzu sehr zu strapazieren. Aber auch, um den regulären Abholbetrieb uneingeschränkt aufrechterhalten zu können. "Aus diesem Grund appellieren wir an die Bürger, nur wichtige, nicht aufschiebbare Anlieferungen vorzunehmen", sagte Morcinek. Sollte der Andrang trotz dessen weiter ungebrochen groß bleiben, werde seitens der Behörde über eine Ausweitung im Rahmen der bundeseinheitlichen Pandemievorgaben nachgedacht. 

    In den sozialen Netzwerken ist unlängst eine hitzige Debatte über die Zustände rund die Wiedereröffnung der Deponie entbrannt. Während viele Kommentatoren Unverständnis über den Drang ihrer Mitmenschen äußern und kritisieren, dass manch einer die Angelegenheiten direkt zum Familienausflug genutzt habe, zeigten andere sich dankbar dafür, "dass jeder die Warterei in Kauf genommen hat und nicht illegalerweise im Grünen entsorgt wurde". 

    Ein erhöhtes Infektionsrisiko bestehe trotz des hohen Personenaufkommens nicht, versicherte der Kreis: "Die Abfertigung läuft mit erhöhtem Aufwand und Schutzvorkehrungen für Mitarbeiter und Bürger. Hinzu kommen verkehrssteuernde Maßnahmen im Zufahrtsbereich der Deponie und um Rückstaus auf die L117 zu vermeiden", sagt Morcinek. Auf seiner Internetseite bittet der Abfallzweckverband Rhein-Mosel-Eifel zudem, die bargeldlose Zahlung zu nutzen und die Anlieferungen mit nur einer Person vorzunehmen, um längere Wartezeiten zu vermeiden. 

    Rhein-Zeitung Redakteur: Martin Boldt

    Foto: Heinz Israel

     Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste und dienen der Optimierung Ihres Online-Erlebnisses. Durch die Nutzung unserer Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Informationen zu unseren Datenschutzbestimmungen finden sie hier.