Rhein-Zeitung 20.02.2016

    Burkhard Nauroth (links), AZV-Verbandsvorsteher und Erster Beigeordneter des Kreises MYK, und AZV-Geschäftsführer Frank Diederichs gaben erste Einblicke auf die Baustelle.

    "Großer Komplex entsteht an Deponie"

    Es herrscht ein emsiges Treiben auf der Großbaustelle. Im rückwärtigen Bereich lässt ein Arbeiter den Bagger von einer zu anderen Seite schwenken. Etliche Meter entfernt tragen Handwerker mit leuchtenden Warnwesten weiteres Material in eine unfertige Halle, während wiederum andere Arbeiter mit einem Kran gerade schwere Metallteile platzieren. Seit mehreren Monaten wächst das neue Logistikzentrum vor der Deponie Eiterköpfe. Nahe der L 117 bei Ochtendung entsteht derzeit ein großer Komplex, der notwendig geworden ist, damit sich der Abfallzweckverband (AZV) Rhein-Mosel-Eifel um den Mülltransport im Kreis Mayen-Koblenz kümmern kann.

    Wertstoffhof: Auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern ist ein Wertstoffhof geplant. Dort können unterschiedliche Sorten von Müll abgegeben werden. Zwölf Container zum Abwerfen des Abfalls sind vorgesehen. Außerdem entsteht ein überdachter Bereich in der Mitte, in dem Elektronik und andere Dinge, die nicht nass werden sollen, entsorgt werden können. Auch ein Stellplatz für das Umweltmobil ist angedacht.

    Lkw-Servicebereich: Um kleinere Reparaturen an den Fahrzeugen vornehmen zu können, wird im Logistikzentrum eine Werkstatt eingerichtet. Für die Müllwagen werden auch eine Waschhhalle und eine Tankstelle gebaut. Wartungen und größere Reparaturarbeiten können dort allerdings nicht durchgeführt werden.

    Umschlaghalle für Papier: Auf einer Nutzfläche von rund 800 Quadratmetern werden in Ochtendung Papier und Kartons zwischengelagert, bevor sie zum Recycling weitertransportiert werden. Jedes Müllfahrzeug liefert pro Tour durchschnittlich 7 bis 8 Tonnen Papier an.

    Tonnenlager: Durch Zu- und Wegzüge, zum Beispiel aufgrund von Neubaugebieten, wird es auch künftig Bedarf geben, Mülltonnen auszuteilen oder wieder einzusammeln. Um die Behältnisse zu lagern, wird neben der Papierhalle ein weiteres, kleines Gebäude geschaffen.

    Sozial- und Bürogebäude: Für die Verwaltung des Abfallzweckverbandes werden in einem separaten Haus Büros, Konferenzräume und eine Kaffeeküche gebaut. Sie befinden sich im Obergeschoss des Gebäudes. Die Geschäftsstelle des AZV besteht aus 12 Mitarbeitern. Im Untergeschoss des Hauses gibt es Wasch- und Umkleidemöglichkeiten für die derzeit 59 Fahrer der Müllwagen sowie einen großen Pausenraum für alle Beschäftigten. Dort ist außerdem Platz für ein größeres Büro für die Disposition des Mülltransports. Besonders ist die Heizzentrale des Gebäudes, sagt AZV-Geschäftsführer Frank Diederichs. Diese wird nämlich per Fernwärmeleitung mit in der Deponie entstehendem Gas betrieben.


    Sieben Wochen ist es her, dass der Abfallzweckverband Rhein-Mosel-Eifel (AZV) das Leeren der Mülltonnen im Kreis MYK übernommen hat. Seit dem 1. Januar verwertet der Verband außerdem Bioabfälle und andere Wertstoffe für die Kreise Mayen-Koblenz und Cochem-Zell sowie für die Stadt Koblenz. Zum Erfüllen dieser Aufgaben wird ein neues Logistikzentrum an der Deponie Eiterköpfe in Ochtendung notwendig. Seit April vergangenen Jahres sind die Bauarbeiten dafür im Gange, doch bis zum Sommer wird es voraussichtlich noch dauern, bis alles fertig ist. Auf den laufenden Betrieb hat dies jedoch keine Auswirkungen betonen die Verantwortlichem im RZ-Gespräch.

    "Es gibt keine Verzögerung. Wir liegen voll im Zeit- und im Kostenplan", sagt Burkhard Nauroth, AZV-Verbandsvorsteher und als Erster Beigeordneter des Kreises Mayen-Koblenz für den Bereich Müllentsorgung zuständig. Sobald die Genehmigungen vorlagen, sei mit den Arbeiten auf dem Gelände nahe der L 117 begonnen worden. Frank Diederichs, Geschäftsführer des AZV, bestätigt: "Das Wetter hat mitgespielt. Es gab weniger Ausfalltage als geplant. Wir haben zwar einige Abläufe umgeschmissen, aber können den Termin halten". Mit 12 bis 14 Monaten Bauzeit sei von Anfang an kalkuliert worden.

    In wenigen Monaten sollen alle Arbeiten auf dem Gelände komplett abgeschlossen sein. Dann kann das neue Logistikzentrum eingeweiht werden.

    Geplant ist ein Tag der offenen Tür am Samstag, 11. Juni. Dann sollen Interessierte erstmals Einlblicke erhalten. Das bedeutet aber nicht, dass die Bürger nicht schon früher auf das Gelände dürfen. "Sobald der neue Wertstoffhof fertig ist, kann er natürlich auch genutzt werden", erklärt Nauroth. Damit wird nach derzeitigem Stand Anfang bis Mitte Mai gerechnet.

    Mindestens 25 Arbeiter sind momantan jeden Tag auf der Großbaustelle, schätzt Diederichs. Das Gebäude, das für die Büros der Verwaltung des Abfallzweckverbands und für die Sozialräume der sonstigen Mitarbeiter vorgesehen ist, ist schon weit fortgeschritten. "Es wird als Erstes fertig", sagt der AZV-Geschäftsführer. Stück für Stück sollen auch die Arbeiten an den übrigen Teilen des Logistikzentrums beendet sein. Bereits jetzt im Betrieb ist die Halle, in der Papier und Kartonagen zwischengelagert und umgeschlagen werden. Dort liefern die Müllfahrzeuge nun schon den Inhalt der blauen Tonnen ab. Einige Restarbeiten sind jedoch auch in der Papierhalle noch zu erledigen. Beschäftigt sind die Bauarbeiter außerdem an der Halle, in der künftig Mülltonnen untergestellt werden. Auch am Servicegebäude mit Werkstatt, Tankstelle und Waschbereich gibt es für die Handwerker noch einiges zu tun. Ende April sollen die Freiflächen asphaltiert beziehungsweise betoniert werden. Damit der reguläre Betrieb reibungslos ablaufen kann, sind einige provisorische Lösungen notwendig. Für vieles müssen die Mitarbeiter derzeit noch auf die Zentraldeponie ausweichen. Dort werden Räumlichkeiten übergangsweise genutzt. Auch Mietcontainer wurden aufgestellt. So kann sich das Personal am Arbeitsort umziehen und duschen. Auch Platz für Pausen wurde geschaffen.

    Die Verwaltung des Abfallzweckverbands, die momentan noch in der Koblenzer Innenstadt beheimatet ist, muss zudem noch einige Zeit am bisherigen Standort bleiben. "Die Geschäftsstelle wird wahrscheinlich erst im Sommer umziehen können", erläutert Nauroth.

    Sowohl der AZV-Verbandsvorsteher als auch der Geschäftsführer des Zweckverbands betonen, dass der laufende Betrieb von Beginn an gut funktioniert. Nennenswerten Änderungsbedarf am Plan der Touren, den Sammelterminen und sonstigen Abläufen habe es bisher nicht gegeben, heißt es auf Nachfrage von Anne Fuhrmann.

    "Logistikzentrum in Zahlen"

    48 000 Quadratmeter ist die Fläche des neuen Logistikzentrums in Ochtendung insgesamt groß.

    200 000 Tonnen Erdmaterial mussten aufgeschüttet werden, um die Fläche so umzugestalten, dass die Pläne umgesetzt werden können. In einigen Teilen war das Gelände zuvor 7 bis 8 Meter zu tief.

    1025 Quadratmeter beträgt die Nutzfläche des Büro- und Sozialgebäudes, in dem künftig unter anderem die Verwaltung des Abfallzweckverbands Rhein-Mosel-Eifel untergebracht ist.

    75 Stellplätze für die Mitarbeiter und die Besucher des Logistikzentrums werden angelegt. Für die Lkw sind 40 Parkplätze eingeplant.

    14 Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen für den Bau des Logistikzentrums, wovon 1,5 Millionen Euro als Anteil auf den Abfallzweckverband entfallen.

    22 Müllsammelfahrzeuge sind mit der Umstellung angeschafft worden. Sie kosteten rund 5 Millionen Euro. Außerdem wurden drei kleinere Lkw für Sonderdienste gekauft.

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