Rhein-Zeitung 13.08.2021

    Mayen-Koblenz testet Wertstofftonne


    Modellprojekt in der Verbandsgemeinde Weißenthurm startet 2022


    Kreis MYK. Die Sammelmenge der im Umlauf befindlichen recycelbaren Stoffe deutlich erhöhen und damit gleichzeitig für weniger Restabfall sorgen – das ist das klare Ziel des Landkreises Mayen-Koblenz. Eine Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen, ist die Einführung einer Wertstofftonne, welche vom Kreistag bereits im Dezember 2019 einstimmig beschlossen wurde. Im Rahmen eines dreijährigen Modellversuches wird die Wertstofftonne ab dem 1. Januar 2022 in der Verbandsgemeinde Weißenthurm eingeführt. Dabei sollen Erkenntnisse für eine eventuelle kreisweite Einführung der Wertstofftonne gewonnen werden. Im selben Zeitraum soll im übrigen Kreisgebiet die Sammlung von Verpackungsabfällen durch den Einsatz von dickeren und reißfesteren Gelben Säcken verbessert werden. Der ursprünglich für dieses Jahr geplante Projektstart musste aufgrund der Auswirkungen der CoronaPandemie um ein Jahr verschoben werden. „Angesichts der großen Bedeutung – auch für den Umweltund Klimaschutz – freue ich mich, dass wir mit dem Projekt zugunsten einer noch hochwertigeren Kreislaufwirtschaft nun beginnen können“, so der Erste Kreisbeigeordnete und Verbandsvorsteher des Abfallzweckverbandes Rhein-Mosel-Eifel, Burkhard Nauroth. In den einzelnen Gemeinden der Verbandsgemeinde Weißenthurm wird es von August an Informationsveranstaltungen geben, bei denen Bürger über die bevorstehenden Neuerungen informiert werden und natürlich auch Fragen stellen können. Einige wichtige Fragen zur Wertstofftonne beantwortet die Kreislaufwirtschaft des Landkreises im Folgenden gern vorab:


    1. Welche Abfälle dürfen in der Wertstofftonne entsorgt werden? 

    Wie im Gelben Sack finden in der Wertstofftonne Verkaufsverpackungen Platz. Darüber hinaus können darin aber auch andere Gegenstände aus Metall und Kunststoff, sogenannte stoffgleiche Nichtverpackungen, entsorgt werden. Dazu zählen unter anderem Kunststoffeimer, Gießkannen, Plastikspielzeug, aber auch Kochtöpfe und Pfannen, die bislang über die Restmülltonne entsorgt werden. 


    2. Weshalb wurde die VG Weißenthurm als Modellgebiet zur Erprobung der Wertstofftonne ausgewählt? 

    Die rund 35.000 Einwohner zählende Verbandsgemeinde Weißenthurm eignet sich vor allem aufgrund ihrer heterogenen Strukturen als repräsentatives Gebiet. Die VG weist sowohl ländliche als auch städtische Strukturen mit unterschiedlichen Haushaltsgrößen sowie große Gewerbegebiete auf, deshalb wird durch die erhobenen Daten und Fakten eine verlässliche Grundlage geschaffen, die anschließend Aufschluss und Erkenntnisse für das gesamte Kreisgebiet liefern soll. 


    3. Mit welchen Gebühren ist die zu erprobende Entsorgung über die Wertstofftonne für die Bürger verbunden?   

    Für die Entsorgung der Verpackungsmaterialien über die Betreiber Dualer Systeme bezahlen Bürger schon immer über den Verkaufspreis von Produkten im Laden und nicht über ihre Abfallgebühren. Bei dem Modellversuch entstehen durch die zusätzliche Sammlung und Verwertung der stoffgleichen Nichtverpackungen in der Wertstofftonne jedoch zusätzliche Kosten – unter anderem für anteilige Nutzung von Fahrzeugen, Personal und administrative Aufwendungen. Diese muss der Landkreis als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger abdecken. Aufgefangen werden diese Kosten während der Modellphase über einen niedrigen jährlichen Behältertarif, welcher alle Leerungen beinhaltet. Da die Bürger im Modellgebiet bei richtigem Trennverhalten aber weniger Abfälle über den kostenpflichtigen Restmüll entsorgen werden, ist davon auszugehen, dass durch die Behältergebühr für die Wertstofftonne keine beziehungsweise nur eine geringe finanzielle Mehrbelastung entsteht. 


    4. In welchen Größen wird die Wertstofftonne den Bürgern angeboten? 

    In der Regel werden 240 Liter-Wertstoffbehälter verteilt. Großwohnanlagen und Gewerbe werden mit 1.100-Liter-Behältern ausgestattet. Diese und weitere Informationen rund um die Einführung der Wertstofftonne können Bürger bei den Abendveranstaltungen vor Ort erhalten, zu denen der Erste Kreisbeigeordnete Nauroth alle Interessierten recht herzlich einlädt.





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