Rhein-Zeitung 09.07.2021

    Kampagne gegen Plastik in der Biotonne


    Abfallzweckverband setzt ein Zeichen für eine bessere Mülltrennung


    REGIONIn unserem Müll schlummert ein oft verkanntes Potenzial, nicht zuletzt der Bioabfall stellt einen wertvollen Rohstoff dar. Doch nur sauber sortierter Bioabfall ohne Verunreinigungen kann man sinnvoll weiterverarbeiten. Daher ist es besonders wichtig, dass keine Fremdstoffe wie etwa Metall, Glas oder Plastik – dazu zählen übrigens auch kompostierbare Plastiktüten – in der Biotonne landen. „Mit der verbandsweiten Info- und Aufklärungskampagne ,Mach mit! Trenne bio-logisch‘ möchten wir als Abfallzweckverband Rhein-Mosel-Eifel die Bürger in den zugehörigen Kommunen Mayen-Koblenz, Cochem-Zell und Koblenz fürs Potenzial ihres Bioabfalls und eine höhere Bio-Qualität sensibilisieren“, so AZV-Verbandsvorsteher und Erster MYK-Beigeordneter Burkhard Nauroth. Denn nur gemeinsam lassen sich Verunreinigungen minimieren, um wertvollen Dünger durch Kompostierung oder geeignete Biomasse für Biogasanlagen oder Heizkraftwerke gewinnen zu können. Dies ist gerade bei den aktuellen gesetzlichen Entwicklungen im Bioabfall- und Düngemittelbereich sehr wichtig.

     

    Viele Bürger nutzen die braune Tonne bereits gut und richtig, um ihre Bioabfälle getrennt zu entsorgen und sie auf diese Weise werterhaltend dem Stoffkreislauf wieder zuzuführen. Bei der Frage, was genau alles in der Biotonne landen darf, gibt es erfahrungsgemäß aber oft Unklarheiten.

     

    Bereits kleinste Mengen an Plastik, Metall, Glas oder anderen Fremdstoffen im Bioabfall haben negative Auswirkungen. So verschmutzt ein einziger Zigarettenstummel im Bioabfall rund 40 Liter Grundwasser. Keramik und Glas wiederum benötigen etwa 1Million Jahre, bis sie biologisch abgebaut, sind und landen aus der Biotonne letztlich als Partikel im Kompost gegebenenfalls wieder im eigenen Garten. Idealerweise werden Bioabfälle im Haushalt lose in einem dafür vorgesehenen Behälter gesammelt oder landen direkt in der Biotonne. Alternativ lassen sich auch kompostierbare, unbeschichtete Papiertüten nutzen, die zu 100 Prozent aus Papier bestehen müssen. Oder die Bioabfälle werden ganz einfach in ein bis zwei Lagen Zeitungspapier eingewickelt und anschließend in der Biotonne entsorgt. Nicht zugelassen sind hingegen vermeintlich kompostierbare Plastiktüten. Da konventionelle und biologisch abbaubare Plastiktüten in einer technischen Anlage nicht unterschieden werden können, müssen sie vorab ausgesiebt oder händisch nachsortiert werden. So geht wertvolles organisches Material verloren. Und im Fall der Vergärung oder Kompostierung von Bioabfällen reicht die Zeit nicht aus, um die derzeit auf dem Markt angebotenen kompostierbaren Plastiktüten zu zersetzen. Die Folge: Mikroplastik in sichtbaren, aber schwer erkennbaren Fragmenten landet letztlich auf Feldern der Region, wird ins Grundwasser und die Weltmeere gespült und gelangt so unweigerlich in unsere Nahrungskette. Sollte sich eine Sammlung in einer Plastiktüte dennoch nicht vermeiden lassen, gehört am Ende nur der Tüteninhalt lose in die Biotonne. Die Plastiktüte selbst – ob kompostierbar oder nicht – wandert in den Restmüll.

     

    Der Abfallzweckverband Rhein-Mosel-Eifel setzt mit den Verwaltungen in Mayen-Koblenz, Cochem-Zell und Koblenz daher auf Aufklärung der Bürger. Der AZV verfolgt dabei die Zielsetzung nach noch weniger Fremdstoffen im Bioabfall, um damit eine hochwertige Verwertung zu ermöglichen. Mit Anzeigen und großformatigen Plakaten der aktuellen „Mach mit!“ - Aktion werden die Bürger gezielt angesprochen und für das Thema sensibilisiert. Stichprobenartige Sichtkontrollen des Tonneninhalts auf nicht organische Fremdstoffe werden ja bereits seit 2016 durchgeführt. Um Störstoffe wie Metalle im Bioabfall finden zu können, setzt der AZV ergänzend auf Fahrzeuge mit elektronischen Detektoren. Diese scannen die Biotonnen vor Leerung und prüfen Inhalt auf Verunreinigungen. Bei einer gewissen Menge an Störstoffen schlägt der Detektor an, und die fehlerhaft befüllte Tonne wird nicht geleert. Es besteht die Möglichkeit, diese Tonne im Zuge der nächsten Restmüllleerung kostenpflichtig leeren zu lassen, aber Ziel der neuen Kampagne ist es, Bürger so gut zu informieren und aufzuklären, dass es erst gar nicht mehr zu derartigen Fehlbefüllungen der Biotonne kommt.


     


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