Andernacher Kurier 30.09.2020

    Michelberg ist ein El Dorado für seltene Tiere und Pflanzen

    Das Naturschutzgebiet bei Ochtendung bietet vielen bedrohten Arten Zuflucht / Natur- und Artenschutz erhalten

    KREIS/OCHTENDUNG. Der Landkreis Mayen-Koblenz hat eine einzigartige Flora und Fauna. Mit der Gründung der Stiftung für Natur und Umwelt wurden vor mehr als 10 Jahren die Weichen gestellt, um diesen Artenreichtum langfristig zu bewahren.

    Die Stiftung betreut in fast allen Regionen von Mayen-Koblenz aktuell rund 140 Hektar an Flächen. Sie schafft und erhält Lebensräume und macht den Landkreis damit zu einem Zufluchtsort für bedrohte oder gefährdete Tier- und Pflanzenarten.

    Rund 28 Hektar groß ist das Naturschutzgebiet Michelberg. Von besonderer Bedeutung ist der nur 3,7 Hektar große und offene Südhang. Jörg Hilgers, der für die Stiftung tätige Biologe, ist von dieser Fläche begeistert: „Auf einer Fläche, die gerade einmal so groß ist wie fünf Fußballfelder, tummeln sich viele Arten: Mehr als 200 Pflanzenarten, 40 Schmetterlingsarten und fast 20 Heuschreckenarten sind hier vertreten, darunter auch bundes- und landesweit sehr seltene und akut vom Aussterben bedrohte Vertreter. Es ist ein El Dorado!“ Von dem außergewöhnlichen Insektenreichtum profitieren besonders Reptilien- und Vogelarten. So besitzt unter anderem die seltene und gefährdete Zauneidechse eine reiche Population am Michelberg. Damit dies auch so bleibt, müssen die steilen Flächen am Südhang einmal im Jahr gemäht werden. „Dass die Stiftung sich um die Pflege kümmert, ist wichtig, denn viele Pflanzen wie beispielsweise das Sonnenröschen brauchen magere Verhältnisse. Und geht es der Pflanze gut, geht es auch dem Sonnenröschen-Bläuling gut – einem Falter, der seine Eier dort ablegt“, erläutert Hilgers.

    Nicht minder bemerkenswert, sagt der Biologe, ist die Artenvielfalt auf dem benachbarten Gelände der Zentraldeponie des Abfallzweckverbandes Rhein-Mosel-Eifel (AZV). Dort haben sich Lebensräume für Tiere ergeben, die es sonst nicht geben würde. Dazu AZV-Geschäftsführer Frank Diederichs: „Die Umwelt wird keineswegs vergessen.“ Dazu trage auch ein regelmäßiges Monitoring mit Blick auf den Tierartenreichtum auf der Deponie bei

    Andernacher Kurier vom Mittwoch, 30. September 2020


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