Blick aktuell 15.01.2016

    Die Qualität des Mayen-Koblenzer Bioabfalls lässt zu wünschen übrig. Darauf weist der neue Entsorger des Landkreises, der Abfallzweckverband Rhein-Mosel-Eifel hin. Insbesondere Kunststoffabfälle und Plastiktüten, aber auch die aus Maisstärke hergestellten Bioabfalltüten gehören hier nicht rein.

    "Bioabfallqualität lässt zu wünschen übrig"

    Das neue Abfallwirtschaftssystem bringt viele Änderungen mit sich. Eine davon ist die zusätzliche Biotonne, da seit einem Jahr die getrennte Bioerfassung bundeseinheitlich verpflichtend ist. In die Biotonne gehören, wie der Name schon sagt, Bioabfälle. Dazu zählen Garten- und Grünabfälle, Küchenabfälle oder sonstige organischen Stoffe wie beispielsweise kompostierbares Kleintierstreu oder ungebleichtes Küchenpapier. Nicht in die Biotonne gehören Restabfälle, Kunststoffe oder gar Glas. Doch wie sieht der Mayen-Koblenzer Biomüll derzeit aus? "Schlecht", meint Frank Diederichs, Geschäftsführer des Abfallzweckverbandes Rhein-Mosel-Eifel (AZV). "Den Weg, den der Nachbarlandkreis Cochem-Zell schon hinter sich hat, den haben wir in Mayen-Koblenz noch vor uns. Dort wurde 2015 die Biotonne eingeführt und die Biomüllqualität durch gezielte Aufklärung und bestimmte Maßnahmen schnell verbessert". Schaut man sich den Biomüll, der derzeit auf der Zentraldeponie Eiterköpfe weiter verarbeitet wird, an, so findet man neben leeren Glasflaschen, Windeln und sogar Kleidung vor allem Kuststoffe. "Viele Bürger werfen verdorbene Lebensmittel mitsamt der Verpackung in den Bioabfall. Richtig wäre es, die abgelaufene Ware aus der Verpackung zu nehmen, diese über den Bioabfall und die Verpackung über den Gelben Sack zu entsorgen", so Diederichs. Auch die sogenannten kompostierbaren Biofolientüten sind ein großes Problem für die Bioabfallverarbeitung. Diese Beutel kompostieren erst nach sechs bis acht Wochen und in dieser Zeit verfault der darin enthaltene Bioabfall statt zu kompostieren. Besser also: Bioabfälle in die günstigeren Papiertüten werfen oder in Zeitungspapier wickeln. Das ist erlaubt. Ist der Biomüll sehr verunreinigt, kann er nicht mehr weiter verarbeitet werden und landet als Restmüll in der Verbrennungsanlage. Das ist teuer und kann im Endeffekt zu höheren Gebühren führen. Deshalb ist es umso wichtiger, seine Abfälle sorgfältig zu sortieren. Bereits im vergangenen Jahr hat der Entsorger kreisweit auf fehlbefüllte Biotonnen hingewiesen. Dies geschah mit einer Kennzeichnung, die nach der Leerung an der Tonne befestigt wurde. Der Abfallzweckverband Rhein-Mosel-Eifel (AZV) wird das kurzfristig wiederholen. Das Ziel ist klar: "Um Bioabfälle hochwertig und kostengünstig weiter verarbeiten zu können, brauchen wir saubere Bioabfälle und da sind wir auf die Mithilfe aller Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Mit der Kennzeichnung möchten wir dem Bürger singalisieren, dass er seine Abfälle besser trennen soll", erklärt Diederichs. "Mit ein wenig gutem Willen ist das sorgfältige Trennen einfach zu bewältigen und man tut etwas Gutes für die Umwelt". Weitere Infos unter Telefon (02625) 9696 -0. Auf der Website der Kreislaufwirtschaft Mayen-Koblenz gibt es unter www.kreislaufwirtschaft-myk.de einen kurzen Filmbeitrag über die Weiterverarbeitung des Bioabfalls: www.kreislaufwirtschaft-myk.de/Biofilm.

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